Den Weg vor lauter Bäumen nicht finden

Ich habe ein Problem. Ich habe keinerlei Orientierung und neige dazu, Millionen von Details mehr zu erfassen, als es andere Menschen tun. Setzt man mich in einer mir unbekannten Umgebung aus, bin ich hilflos.


Und „süß“, sagen meine Begleiter, weil ich scheinbar wie ein Kleinkind wirken muss. Am liebsten ist es mir persönlich, wenn jemand bei mir ist, der sich um die Navigation kümmert und aufpasst, dass ich nicht verloren gehe, wenn ich beeindruckt die Gebäude der Stadt betrachte, während ich einfach irgendwohin laufe.

Nun bin ich aber beruflich viel und ständig in mir unbekannten Umgebungen unterwegs. Das heißt, ich musste mir einiges einfallen lassen, um wenigstens dann klarzukommen, wenn es unbedingt sein muss, ohne stundenlange Umwege gehen zu müssen. Also habe ich mir ein paar Tricks einfallen lassen, die für mich funktionieren.

Genauso geht es vielen Menschen mit den Problemen, die sie haben. Sie kennen das Problem zwar längst, haben aber keine Strategie dagegen und laufen immer wieder in den gleichen Situationen gleich planlos durch die Gegend. Sie merken, es stimmt was nicht. Sie meinen sich zu erinnern, dass das irgendwann schon mal so war, aber sie denken nicht: „Stopp. Stehen bleiben. Konzentration.“ Die Frage ist ja, was kann ich ab sofort tun, um in dieser Situation in Zukunft nicht so aufgeschmissen zu sein?

Ich habe gelernt, mich auf Schilder zu fokussieren. Dazu muss ich aber stehen bleiben. Und mich konzentriert umschauen. Dann denke ich darüber nach: Wo will ich hin, wo muss ich hin, wer kann mir ggf. eine Auskunft geben? Im Grunde ist das alles. Wenn du den Weg nicht kennst, bleib stehen. Halte inne und stoppe deine Gedanken. Nimm dir die Zeit, dich darauf zu konzentrieren, wo du hin willst und was du genau tun musst, um das zu erreichen. Und wenn du nicht weiterkommst: Frag jemanden. Mich zum Beispiel.

In diesem Sinne einen schönen Tag,
Sabine